Das Revier der Katze

Veröffentlicht am 19. September 2026 um 22:43

 Das Revier und die sozialen Aktivitäten unserer domestizierten Katzen sind wesentlich vielseitiger als die ihrer unmittelbaren Vorfahren. Wohnungskatzen können enge soziale Bindungen mit anderen

Katzen und mit dem Menschen eingehen oder mit anderen Tieren, z.B. Hunden, aufbauen. Trotzdem ist jeder Katze ihr intimes Revier wichtig. Katzen brauchen Plätze die sie ihr Eigen nennen können.

Für Katzen mit Freilauf ist das Revier einerseits Heim, andererseits Restaurant. Für Potente Kater ist es auch ein Bordell. Ein eigenes Revier bedeutet:
Schlupfwinkel, Wachtposten, Beobachtungsplätze, Speisekammer, Spielbezirk, Rast- und Ruhestätte.

Jede Katze braucht ein Minimum an nicht bevölkertem Gebiet wenn wir ihr Leben angenehm gestalten wollen. Ein Revier ist unterteilt in den Primärbereich und die Kernzone. Für  Bauernhofkatzen setzt sich der Primärbereich aus Scheune und Stall zusammen.

Bei Wohnungskatzen mit Freilauf ist es die Wohnung und bei einer reinen Wohnungskatze kann es ein bestimmtes Zimmer sein. Im Primärheim befinden sich die wichtigsten Schlaf- und Fressplätze. Ideale Schlafplätze haben die Eigenschaft warm, trocken, erhöht und damit vor Feinden geschützt zu sein. Für Bauernhofkatzen erfüllt der Heuboden diese Anforderungen. Für die Wohnungskatze ist es unser Bett, das all diese Kriterien erfüllt.

Die Kernzone grenzt an das Primärheim an. In diesem Bereich finden die Jagd- und Erkundungsaktivitäten statt. Hier begegnen sich fremde Katzen oder ihre Wege kreuzen sich. In der Kernzone wird nicht jeder m2 intensiv genutzt.

Reine Wohnungskatzen treffen natürlich nicht auf fremde Katzen und können die Jagd- und Erkundungsaktivitäten nicht gleich ausleben. Für Wohnungskatzen mit Freilauf endet die Kernzone oft beim Gartenzaun.

Unter natürlichen Bedingungen nutzen Kater ein grösseres Gebiet als Kätzinnen, durchschnittlich 3,5 x mehr Fläche. Eine Freilaufkatze nutzt ein Gebiet von min. 200 m2 (Kätzinnen) und bis 4 ha (Kater). Vor allem während der Paarungszeit kann es durchaus vorkommen, dass ein Kater sein Gebiet vergrössert und weitere Strecken zurücklegt als sonst. Trifft der Kater in seinem Gebiet häufig auf fortpflanzungsfähige Weibchen, dehnt er seine Streifzüge nicht weiter aus. Ist sein Gebiet dünn besiedelt mit Kätzinnen geht er weite Distanzen über sein angestammtes Gebiet hinaus.

Kater verlassen eher ihr Heim als Kätzinnen. Dies hängt damit zusammen, dass die Weibchen durch die Jungenaufzucht mehr Bindung zu ihrem Standort haben. Kater emigrieren dann, wenn häufig Auseinandersetzungen unter Katern stattfinden die aus der gleichen Gruppe sind. Sie wandern ab uns suchen sich ein neues Zuhause.