Alle Katzen (Felidae) jagen alleine, die einzige Ausnahme ist der Löwe. Damit gehört das Jagen nicht zu den sozialen Aktivitäten einer Katze. Möglich, dass die Katze deshalb den Ruf hat, Einzelgänger zu sein. Das stimmt so nicht!
Die Beutetiere der Katze sind so klein, dass es keine Partner braucht, um diese zu erwischen. Eine Maus mit einem Gewicht von ca. 20 Gramm macht auch nicht mehrere Katzen satt. Die Maus ist ungeeignet, um geteilt zu werden. Der Löwe kann da grosszügiger sein, er erjagt Büffel und ein solcher reicht für mehrere Mäuler.
Um satt zu werden muss eine einzelne Katze pro Tag 10-20 Mäuse fangen und verspeisen. Mehrere Stunden des Tages werden dafür eingesetzt. Daraus ergibt sich, dass die Katze ein Häppchenfresser ist, also mehrmals am Tag kleine Mahlzeiten benötigt. Ihr gesamter Stoffwechsel ist darauf ausgerichtet.
Die Zusammensetzung und die Energie der Beutetiere einer Katze ist sehr konstant, die Menüauswahl nicht sehr gross. Sie wird also bei der kommerziellen Fütterung mit Trockenfutter ihr Fressverhalten in Bezug auf die Menge nicht anpassen, nur weil das angebotene Futter eine hohe Energiedichte hat. Wen sie der Meinung ist, dass pro Tag 50 g Trockenfutter den Weg in ihren Magen finden muss, dann sorgt sie dafür. Es ist ihr egal, wieviel oder wie wenig Energie es liefert.
Ab hier geht es dann ganz schnell zu Übergewicht wenn das Futter energiereich ist und zur freien Verfügung angeboten wird. Auf die Jagd muss die Hauskatze nicht, eine Freigängerkatze tut es, auch wenn sie satt ist.
Im Idealfall bekommt der Stubentiger 5x täglich eine Portion Futter hingestellt oder ein Kühl-Automat stellt es zur Verfügung. Im Gegensatz zu Hunden, sind Katzen keine Aasfresser, sie mögen es frisch.
Wenn sich mehrere Katzen im Haushalt befinden, müssen mehrere Futterschüsseln aufgestellt werden. Viele Katzen ekeln sich, wenn der Kollege bereits ins Futter gesabbert hat. Irgendwie nachvollziehbar, oder?
Eine Futterschale, die am Morgen mit Trockenfutter gefüllt wird und dann bis zum Abend steht oder so lange, bis sie leer ist, ist kein Fressvergnügen. Einerseits, weil es nach der ersten gefressenen Portion angesabbert ist (nicht nur vom Kollegen),der Geruch und die Konsistenz werden damit beeinflusst.
In meinem Katzenhotel sucht sich jede Katze ihren Fressplatz und da wird serviert und gefressen. Die Fressplatzwahl ist individuell, manche Tiere nehmen ihre Mahlzeiten problemlos am Boden ein, andere fühlen sich wohler, wenn sie erhöht fressen können. In der Katzeria gehört es zu meinem täglichen Fitnessprogramm: Futterschalen verteilen: einmal hoch, einmal tief, einmal links usw. Das spielt sich nicht nur bei Stammgästen rasch ein, nach 1-2 Tagen haben mir auch die Neuankömmlinge ihre Wünsche mitgeteilt. Es ist ein sehr harmonischer Vorgang: wenn die Futterschalen auf der Bildfläche erscheinen, sucht jede Katze ihren Fressplatz auf und wartet geduldig auf den Service.
Das Fressen einer Mahlzeit dauert ca. 2 Minuten. Die Menge des verzehrten Futters nimmt mit der Schmackhaftigkeit, dem Eiweiss- und Fettgehalt desselben zu, nicht jedoch mit dem Gehalt an Kohlenhydraten. Die Fressgeschwindigkeit wird weniger von der Schmackhaftigkeit beeinflusst als von der Futterstruktur.
Facts
Nahrungsaufnahme pro Tag: 30-400 g, je nach Trockensubstanzgehalt, Alter, Gewicht, Gesundheitszustand des Tieres, immer auf mehrere Mahlzeiten verteilt.
Passagedauer von Eingang bis Ausgang: 12-24 Stunden
Flüssigkeitsaufnahme: ca. 30-100 ml pro Tag
Fassungsvermögen des Magens: 0.3 Liter (45 ml/kg KM)
pH-Wert im Magen der Katze: 1-2
Anteil des Verdauungssystems am Körpergewicht: ca. 3%
Entgleisung der Futteraufnahme durch Krankheit
Verschiedene Krankheiten haben Einfluss auf die Futteraufnahme. Allen voran wohl die Zahngesundheit, welche das Fressverhalten negativ beeinflussen kann. Auch das Unvermögen, Futter riechen zu können (z.B. nach einem Unfall) führt dazu, dass die Katze zu wenig bis gar nichts frisst.
Wichtig: wenn die Katze die Futteraufnahme mehr als einen Tag verweigert, muss sie unbedingt dem Tierarzt vorgestellt werden.